Zwischen Zuhören und Haltung – Buchvorstellung in der Kachelofenfabrik Neustrelitz

Gestern Abend durfte ich eine Veranstaltung moderieren, die nachwirkt. In der Kachelofenfabrik Neustrelitz, organisiert von UNTEILBAR MV – Neustrelitz, ging es um nichts weniger als die Frage, wie wir als Gesellschaft mit einer politischen Entwicklung umgehen, die viele verunsichert, alarmiert und andere längst bedroht.

Dr. Hendrik Cremer stellte sein Buch „Je länger wir schweigen, desto mehr Mut werden wir brauchen. Wie gefährlich die AfD wirklich ist“ vor. Ein Titel, der nicht nur beschreibt, sondern auch auffordert: zum Hinschauen, zum Einordnen und vor allem zum Handeln.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, die Atmosphäre aufmerksam, konzentriert, offen. Es wurde zugehört, nachgefragt, eingeordnet. Genau solche Räume brauchen wir — Räume, in denen Wissen geteilt wird, in denen Diskussion möglich ist, ohne zu relativieren, und in denen Haltung nicht als Problem, sondern als Voraussetzung für Demokratie verstanden wird.

Denn eines ist für mich klar: Die AfD ist brandgefährlich für uns alle. Sie arbeitet gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung – und wir müssen alles tun, um ihren Einfluss, die Verharmlosung und ihr Erstarken zu verhindern. Jetzt.

Ich habe mich sehr gefreut, diesen Abend moderieren zu dürfen. Nicht nur, weil die Veranstaltung so gelungen war, sondern auch, weil ich überzeugt bin: Solche Formate sind wichtig. Sie schaffen Öffentlichkeit, sie ermöglichen Orientierung und sie stärken all diejenigen, die sich für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftlich vieles ins Rutschen gerät, braucht es Orte wie diesen. Und Menschen, die sie gestalten.

Leuchtend durch die Nacht

Waldcampus HNE Eberswalde

Unser Festival der Taten ging gestern Nacht tanzend, bunt und leuchtend am Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zu Ende. Wirklich schön bei uns., 🩷

PRÜF HEUTE. SCHÜTZ MORGEN.

Auftakt der PRÜF-Demos in Potsdam

Gestern war ich beim Auftakt der PRÜF-Demonstration am Landtag in Potsdam. Viele Menschen sind gekommen – Es gab viele Plakate, gute Musik, und einen tollen Redebeitrag der Omas gegen rechts mit einer klaren Botschaft: Unsere Demokratie muss geschützt werden.

PRÜF steht für „Prüfung rettet übrigens Freiheit“. Die Initiative fordert, dass Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Ziel ist ein entsprechender Antrag über den Bundesrat.

Der Weg über den Bundesrat ist dabei entscheidend: Bundesländer können dort einen Antrag stellen, damit das Bundesverfassungsgericht prüft, ob eine Partei verfassungswidrige Ziele verfolgt. 

PRÜF!

Die Idee der Initiative ist bewusst einfach:

Menschen versammeln sich jeden zweiten Samstag im Monat in den Landeshauptstädten, um die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern, die demokratische Ordnung zu schützen. 

Auch in Potsdam war die Stimmung entschlossen und solidarisch. Familien, Initiativen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Gruppen – viele sind gekommen, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen: Demokratie braucht Engagement.

Für mich war es ein starkes Signal, wie viele Menschen bereit sind, aufzustehen und sich einzumischen.

Ab jetzt sehen wir uns monatlich wieder:

📍 jeden zweiten Samstag

📍 14 Uhr

📍 am Landtag in Potsdam

Denn Demokratie lebt davon, dass wir sie gemeinsam verteidigen.

Mein PRÜF Plakat hat es sogar in den rbb geschafft 🥳

Mentale Stärke im Naturschutz 🌿

Beim 38. Deutschen Naturschutztag (DNT) ging es heute im Modul „Wurzeln der Resilienz – Mentale Stärke für Naturschützer*innen“ um Kraftquellen, Achtsamkeit und darum, wie wir in herausfordernden Zeiten handlungsfähig bleiben. Danke für die Möglichkeit das Modul, gemeinsam mit Michael Gleich, moderieren zu dürfen. Es war mir Freude und Ehre zugleich.

Danke auch für das konstruktive, offene und wohlwollende Miteinander.
Allen, die sich für Natur und Umwelt einsetzen: viel Kraft für euren Weg im Naturschutz. 🌱


#Naturschutz #Resilienz #DNT #NaturMenschZukunft #Engagement

Festival der Taten

Das Festival der Taten läuft noch bis 14.03.26 am Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Unter dem Motto „Zusammen-Tun – wo Begegnung Wirkung entfaltet“ kommen hier viele Menschen zusammen, die Hochschule und Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen.

Heute war ich im Rahmen des Festivals beim Workshop „Handlungsstrategien gegen Antifeminismus“. Antifeministische Positionen begegnen uns an vielen Orten – an Hochschulen, bei der Arbeit oder im privaten Umfeld. Im Workshop ging es darum, darüber zu sprechen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu überlegen, wie wir in solchen Situationen handlungsfähig bleiben können. Wie zeigen wir Haltung? Wie reagieren wir, wenn Grenzen überschritten werden? Und wie können wir uns gegenseitig stärken?
Ich habe mich sehr über die Offenheit und das Engagement der Teilnehmenden gefreut.

Während des gesamten Festivals ist außerdem die Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ vom gleichnamigen Bündnis im Mensa-Foyer am Waldcampus zu sehen. Sie zeigt, wie Sexismus im Alltag wirkt – und was wir konkret dagegen tun können.
Solche Räume für Austausch, Lernen und gemeinsames Handeln sind wichtig. Veränderung entsteht nicht allein – sie entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, hinschauen und Verantwortung übernehmen.

Wir sehen uns am Waldcampus.

Aus Wut wird Solidarität.

Zu Gast im Studio des rbb bei Brandenburg aktuell

Gestern war ich live zu Gast im Studio von rbb24 Brandenburg aktuell.

Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut. Anlass des Gesprächs war eine Frage, die rund um den Internationalen Frauentag immer wieder gestellt wird: Braucht es den Frauentag eigentlich noch? Meine Antwort im Studio war klar: Mehr denn je.


Wir erleben derzeit einen zunehmenden Rechtsdruck und eine wachsende antifeministische Stimmung. Gleichstellung wird wieder stärker infrage gestellt, feministische Errungenschaften werden relativiert oder offen angegriffen. In einer solchen Zeit ist der Frauentag nicht überholt – er ist notwendig. Er erinnert daran, dass Gleichberechtigung kein Zustand ist, den man einmal erreicht und dann abhaken kann. Sie muss immer wieder verteidigt, eingefordert und weiterentwickelt werden.


Drei Dinge, die sich sofort ändern sollten
Im Gespräch habe ich drei Punkte genannt, bei denen sich meiner Ansicht nach jetzt etwas ändern sollte:
1. Parität in politischen Mandaten
Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, sind in Parlamenten aber deutlich unterrepräsentiert. Eine demokratische Gesellschaft braucht politische Entscheidungen, in denen Frauen gleichberechtigt vertreten sind.


2. Abschaffung des §218
Die Selbstbestimmung über den eigenen Körper gehört zu den grundlegenden Rechten von Frauen. Schwangerschaftsabbrüche gehören nicht ins Strafgesetzbuch.


3. Mehr Frauen in Führung
Ob in Wirtschaft, Medien oder Wissenschaft – Frauen sind in Spitzenpositionen weiterhin deutlich seltener vertreten. Das zu ändern ist eine zentrale Voraussetzung für echte Gleichstellung.


Wut als Motor für Veränderung
Im Beitrag ging es auch darum, dass Gefühle – insbesondere Wut über Ungerechtigkeit – ein Motor für gesellschaftliches Engagement sein können. Viele Menschen beginnen sich genau dann einzumischen, wenn sie merken: So darf es nicht bleiben. Diese Energie kann Veränderung antreiben. Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam Claudia Sprengel und die Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sind im Beitrag zu sehen.


Ich freue mich über alle, die reingeschaut – und über alle, die sich an der Debatte beteiligen. Denn Gleichstellung lebt davon, dass wir sie immer wieder gemeinsam einfordern.

Feministische Solidarität

Am 7. März kamen im Autonomen Frauenzentrum Potsdam zahlreiche Gäste zusammen, um über eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie kann feministische Solidarität heute konkret aussehen?


Auf dem Podium trafen Perspektiven aus Politik, Gleichstellungsarbeit, Kunst und Aktivismus aufeinander. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Handlungsmöglichkeiten es in Kommune, Zivilgesellschaft und Kultur gibt – und wie feministische Netzwerke so gestaltet werden können, dass sie nachhaltig, verlässlich und wirksam sind.
Zu den Podiumsgästen gehörten:
🩷 Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam
🩷 Dr.in Fatma Haron, Gleichstellungsbeauftragte Potsdam-Mittelmark
🩷 Dr.in Uta Kletzing, Landesgleichstellungsbeauftragte Brandenburg
🩷 Sookee, Aktivistin und feministische Künstlerin
🩷 Patricia Vester, Illustratorin, Diversity-Trainerin und Prozessbegleiterin
🩷 Claudia Sprengel, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Potsdam

Die Moderation übernahm Vanessa Materla,
Im Zentrum der Diskussion standen Fragen nach Verantwortung, Verbündetsein und struktureller Veränderung:
Wie können feministische Anliegen stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebracht werden? Welche Rolle spielen Kunst, Aktivismus und Zivilgesellschaft dabei?
Und wie gelingt es, solidarische Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven Platz finden?


Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Austausch, gegenseitige Unterstützung und starke Netzwerke sind. Feministische Solidarität entsteht nicht abstrakt — sie wächst in Begegnungen, Gesprächen und gemeinsamen Initiativen.

Ein inspirierender Abend, der einmal mehr deutlich gemacht hat:
Feministische Solidarität ist eine gesellschaftliche Kraft — und sie lebt davon, dass Menschen sie gemeinsam gestalten.