
Rote Bete-Orangen Sorbet auf dem Weg. Mely Kiyak und Arne Semsrott auf der Bühne.
Happy Birthday FragDenStaat 💜

Rote Bete-Orangen Sorbet auf dem Weg. Mely Kiyak und Arne Semsrott auf der Bühne.
Happy Birthday FragDenStaat 💜

Unterwegs auf dem Weg zu Konzerten, bei Geburtstagen, beim Spaziergang, beim Radfahren, an Runden Tischen, am Lagerfeuer, bei PRÜF-Demos und beim CSD.
In diesen Bildern steckt vieles von dem, worüber ich seit einer Weile nachdenke:
Wie wir über unsere Zeit und die Gesellschaft sprechen.
Wie wir Probleme beschreiben. Wie wir auf Krisen schauen. Wie schnell Gespräche kippen in Erschöpfung, Empörung und Daueralarm. Wie häufig wir erzählen, was alles nicht funktioniert und wie selten wir gemeinsam darin verweilen, was entstehen könnte.
Ich merke das in politischen Räumen. In aktivistischen Kontexten. In Hochschulen. In Gesprächen mit engagierten Menschen. Und auch in mir selbst.
Natürlich braucht es klare Analysen. Natürlich dürfen wir nicht wegsehen. Diskriminierung verschwindet nicht, nur weil wir freundlicher sprechen. Antifeminismus, rechte Verschiebungen und Angriffe auf demokratische Werte sind real.
Aber ich frage mich zunehmend: Was passiert eigentlich mit uns, wenn unsere gemeinsamen Erzählungen fast nur noch aus Bedrohung bestehen?
Denn Narrative machen etwas mit Menschen. Sie prägen, worauf wir schauen. Was wir für möglich halten. Ob wir handlungsfähig bleiben. Oder ob wir irgendwann nur noch verwalten, verteidigen und reagieren.
Vielleicht brauchen wir andere Erzählungen? Nicht weniger Realität. Aber mehr Vorstellungskraft?
Mehr Räume, in denen wir nicht nur beschreiben, was uns Sorge macht, sondern auch, was wir schützen wollen.
Mehr Gespräche darüber, wie gerechte, eine sorgende und demokratische Gesellschaft aussehen könnte. Wie Beteiligung gelingen kann. Wie Vielfalt nicht nur Konflikt bedeutet, sondern auch Möglichkeit. Wie politische Teilhabe Freude machen darf.
Ich denke oft an den Satz: Menschen erzählen sich Geschichten, bis sie sie selbst glauben.
Leah Czollek sagte ihn einst zu mir.
Vielleicht gilt das auch gesellschaftlich.
Wenn wir uns ständig erzählen, dass alles zerfällt, dass niemand mehr zuhört, dass Engagement nichts bringt, dann stärkt es dieses Gefühl von Ohnmacht.
Und gleichzeitig sehe ich etwas anderes.
Ich sehe Menschen, die Veranstaltungen organisieren. Die sich einmischen. Die kandidieren. Die widersprechen. Die zuhören. Die neue Bündnisse bilden. Die Verantwortung übernehmen.
Ich sehe Menschen, die sich trotz Anfeindungen öffentlich positionieren. Ich sehe Studierende, die kluge Fragen stellen. Ich sehe Menschen, die Schutzkonzepte entwickeln, Demokratie verteidigen, Nachbarschaften stärken oder mit einem Bollerwagen durch Städte fahren, um mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Das alles ist auch Realität.
Vielleicht müssen wir lernen, diese Geschichten lauter zu erzählen. Nicht als naive Gegenwelt. Sondern als demokratische Praxis.
Denn Hoffnung entsteht selten zufällig. Sie entsteht oft dort, wo Menschen anfangen, gemeinsam andere Bilder von Zukunft zu erzählen, oder nicht?
Vielleicht ist genau das gerade eine wichtige Aufgabe: Nicht bei der Diagnose stehen zu bleiben. Sondern wieder mehr darüber zu sprechen, wie wir leben wollen.
Eine Gesellschaft, die schützt. Die Vielfalt nutzt. Die Macht reflektiert. Die Fürsorge nicht als Schwäche versteht. Und in der Menschen erleben, dass ihr Handeln einen Unterschied macht.
Welche Geschichte erzählen wir also?
Und vor allem: Welche Geschichte soll morgen geglaubt werden?
Gestern stand ich in Berlin, mitten unter rund 13.000 Menschen. 13.000 Stimmen, die sich nicht länger leise halten. 13.000 Körper, die sichtbar machen: Wir sind viele. Und wir meinen es ernst.
Die Sonne stand über dem Brandenburger Tor, fast friedlich und doch lag etwas anderes in der Luft. Entschlossenheit. Wut. Solidarität.
Zwischen all den Schildern blieb ich immer wieder an einem Satz hängen: „Nicht alle Männer – aber immer wieder Männer.“
Ein Satz, der nicht anklagt, sondern sichtbar macht. Strukturen. Muster. Realitäten, die viel zu lange relativiert wurden. Und dann ist da die Geschichte von Collin Fernandes.
Er hat öffentlich gemacht, was viele kennen und viel zu oft alleine tragen müssen: brutale digitale Gewalt. Was online passiert, ist nicht weniger real. Es ist kein „virtueller Raum“, in dem Dinge weniger zählen. Es ist ein Raum, in dem Menschen verletzt, bedroht und zum Schweigen gebracht werden.
Dass Collien diesen Schritt gegangen ist, braucht Mut. Und es braucht uns alle, damit dieser Mut nicht folgenlos bleibt.

Denn genau darum ging es gestern:
Nicht nur um Sichtbarkeit. Sondern um Konsequenzen. Es kann nicht sein, dass Täter sich sicher fühlen – hinter Bildschirmen, hinter Strukturen, hinter einem System, das zu oft wegschaut. Es kann nicht sein, dass Betroffene kämpfen müssen, um gehört zu werden, um geschützt zu werden, um ernst genommen zu werden.
Was wir brauchen, ist klar:
– Strafrechtliche Konsequenzen für digitale Gewalt
– Echten Schutz für Betroffene
– Strukturen, die Verantwortung übernehmen
Eine Gesellschaft, die nicht relativiert, sondern handelt.
Diese Demo war ein wichtiges Zeichen.
Ein Zeichen dafür, dass wir die Geschichten, die wir uns erzählen, verändern können.
Dass wir nicht länger akzeptieren, dass Gewalt – ob digital oder analog – normalisiert wird.
Dass wir anfangen, eine andere Realität zu schaffen. Eine, in der Schutz vor Tätern steht.
Eine, in der Betroffene nicht allein sind.
Eine, in der sich Täter eben nicht mehr sicher fühlen.
Auftakt der PRÜF-Demos in Potsdam
Gestern war ich beim Auftakt der PRÜF-Demonstration am Landtag in Potsdam. Viele Menschen sind gekommen – Es gab viele Plakate, gute Musik, und einen tollen Redebeitrag der Omas gegen rechts mit einer klaren Botschaft: Unsere Demokratie muss geschützt werden.
PRÜF steht für „Prüfung rettet übrigens Freiheit“. Die Initiative fordert, dass Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Ziel ist ein entsprechender Antrag über den Bundesrat.
Der Weg über den Bundesrat ist dabei entscheidend: Bundesländer können dort einen Antrag stellen, damit das Bundesverfassungsgericht prüft, ob eine Partei verfassungswidrige Ziele verfolgt.
PRÜF!
Die Idee der Initiative ist bewusst einfach:
Menschen versammeln sich jeden zweiten Samstag im Monat in den Landeshauptstädten, um die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern, die demokratische Ordnung zu schützen.
Auch in Potsdam war die Stimmung entschlossen und solidarisch. Familien, Initiativen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Gruppen – viele sind gekommen, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen: Demokratie braucht Engagement.
Für mich war es ein starkes Signal, wie viele Menschen bereit sind, aufzustehen und sich einzumischen.
Ab jetzt sehen wir uns monatlich wieder:
📍 jeden zweiten Samstag
📍 14 Uhr
📍 am Landtag in Potsdam
Denn Demokratie lebt davon, dass wir sie gemeinsam verteidigen.


..und?
„Erinnerst du dich noch an den Beginn dieses Jahres? Überall im Land gab es Proteste gegen den Rechtsruck in Deutschland. So soll das Jahr auch ausklingen. Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie Ausgrenzung und rechte Ideologie haben uns auch dieses Jahr schwer zu schaffen gemacht. Darum heißt es weiterhin: Gesicht zeigen, klar sein gegen Hass und Hetze und sich nicht täuschen oder ablenken lassen von der menschenfeindlichen Rhetorik von Rechtsaußen.“ Koalakollektiv
Das Koalakollektiv hat sich ein ganz besonderes und liebevolles Geschenk für uns alle ausgedacht:
„Endlich ein Weihnachtsfilm für die ganze Familie! Love it and spread it wild. Geh auf www.koalakollektiv.de , lade dir das Video runter und sorge für weihnachtliche Stimmung in deiner Familien-Whatsappgruppe :)“ Koalakollektiv
… frohe Weihnachten und kommt gut ins neue Jahr.


Alle Informationen: https://paritaetjetzt.de/

#Parität Jetzt!
Der Frauenpolitische Rat Land Brandenburg e.V. beteiligt sich an dem bundesweiten Paritäts-Aktionstag am 22.09.2022
Am 22.09.2022 startet die bundesweite Kampagne der Initiative #Parität Jetzt!. Ein Bündnis der Landesfrauenräte, dem Verein Parité in den Parlamenten e.V. und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteur*innen fordert damit die von den Ampel-Fraktionen angekündigten gesetzlichen Regelungen zur Erreichung der paritätischen Repräsentation in der Wahlrechtsreform auf Bundesebene ein. In Zusammenarbeit mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten werden zahlreiche Aktionen und kreative Aktionsformate in verschiedenen Städten und Gemeinden stattfinden.
16 UHR LANDTAG BRANDENBURG, AUF DER SEITE ZUM FILMMUSEUM
Fotoaktion am 22.09. um 16 Uhr vor dem Brandenburger Landtag auf der Seite zum Filmmuseum:
Ein Bündnis aus Vertreter*innen der Landesfrauenräte, der BAG der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, dem Verein Parité in den Parlamenten und weiteren Partner*innen hat den Tag als Paritäts-Aktionstag zur Einforderung von Paritätsregelungen in der Wahlrechtsreform auf Bundesebene ausgerufen.
Sie und Ihr könnt auch gerne Kolleg*innen aus Ihrer/Eurer Organisation mitbringen – je mehr wir sind, desto stärker ist das Zeichen für Parität, das gerade wir als Brandenburger Paritäts-Vorkämpfer*innen senden können.