Festival der Taten

Das Festival der Taten läuft noch bis 14.03.26 am Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Unter dem Motto „Zusammen-Tun – wo Begegnung Wirkung entfaltet“ kommen hier viele Menschen zusammen, die Hochschule und Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen.

Heute war ich im Rahmen des Festivals beim Workshop „Handlungsstrategien gegen Antifeminismus“. Antifeministische Positionen begegnen uns an vielen Orten – an Hochschulen, bei der Arbeit oder im privaten Umfeld. Im Workshop ging es darum, darüber zu sprechen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu überlegen, wie wir in solchen Situationen handlungsfähig bleiben können. Wie zeigen wir Haltung? Wie reagieren wir, wenn Grenzen überschritten werden? Und wie können wir uns gegenseitig stärken?
Ich habe mich sehr über die Offenheit und das Engagement der Teilnehmenden gefreut.

Während des gesamten Festivals ist außerdem die Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ vom gleichnamigen Bündnis im Mensa-Foyer am Waldcampus zu sehen. Sie zeigt, wie Sexismus im Alltag wirkt – und was wir konkret dagegen tun können.
Solche Räume für Austausch, Lernen und gemeinsames Handeln sind wichtig. Veränderung entsteht nicht allein – sie entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, hinschauen und Verantwortung übernehmen.

Wir sehen uns am Waldcampus.

Aus Wut wird Solidarität.

Zu Gast im Studio des rbb bei Brandenburg aktuell

Gestern war ich live zu Gast im Studio von rbb24 Brandenburg aktuell.

Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut. Anlass des Gesprächs war eine Frage, die rund um den Internationalen Frauentag immer wieder gestellt wird: Braucht es den Frauentag eigentlich noch? Meine Antwort im Studio war klar: Mehr denn je.


Wir erleben derzeit einen zunehmenden Rechtsdruck und eine wachsende antifeministische Stimmung. Gleichstellung wird wieder stärker infrage gestellt, feministische Errungenschaften werden relativiert oder offen angegriffen. In einer solchen Zeit ist der Frauentag nicht überholt – er ist notwendig. Er erinnert daran, dass Gleichberechtigung kein Zustand ist, den man einmal erreicht und dann abhaken kann. Sie muss immer wieder verteidigt, eingefordert und weiterentwickelt werden.


Drei Dinge, die sich sofort ändern sollten
Im Gespräch habe ich drei Punkte genannt, bei denen sich meiner Ansicht nach jetzt etwas ändern sollte:
1. Parität in politischen Mandaten
Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, sind in Parlamenten aber deutlich unterrepräsentiert. Eine demokratische Gesellschaft braucht politische Entscheidungen, in denen Frauen gleichberechtigt vertreten sind.


2. Abschaffung des §218
Die Selbstbestimmung über den eigenen Körper gehört zu den grundlegenden Rechten von Frauen. Schwangerschaftsabbrüche gehören nicht ins Strafgesetzbuch.


3. Mehr Frauen in Führung
Ob in Wirtschaft, Medien oder Wissenschaft – Frauen sind in Spitzenpositionen weiterhin deutlich seltener vertreten. Das zu ändern ist eine zentrale Voraussetzung für echte Gleichstellung.


Wut als Motor für Veränderung
Im Beitrag ging es auch darum, dass Gefühle – insbesondere Wut über Ungerechtigkeit – ein Motor für gesellschaftliches Engagement sein können. Viele Menschen beginnen sich genau dann einzumischen, wenn sie merken: So darf es nicht bleiben. Diese Energie kann Veränderung antreiben. Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam Claudia Sprengel und die Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sind im Beitrag zu sehen.


Ich freue mich über alle, die reingeschaut – und über alle, die sich an der Debatte beteiligen. Denn Gleichstellung lebt davon, dass wir sie immer wieder gemeinsam einfordern.

Feministische Solidarität

Am 7. März kamen im Autonomen Frauenzentrum Potsdam zahlreiche Gäste zusammen, um über eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie kann feministische Solidarität heute konkret aussehen?


Auf dem Podium trafen Perspektiven aus Politik, Gleichstellungsarbeit, Kunst und Aktivismus aufeinander. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Handlungsmöglichkeiten es in Kommune, Zivilgesellschaft und Kultur gibt – und wie feministische Netzwerke so gestaltet werden können, dass sie nachhaltig, verlässlich und wirksam sind.
Zu den Podiumsgästen gehörten:
🩷 Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam
🩷 Dr.in Fatma Haron, Gleichstellungsbeauftragte Potsdam-Mittelmark
🩷 Dr.in Uta Kletzing, Landesgleichstellungsbeauftragte Brandenburg
🩷 Sookee, Aktivistin und feministische Künstlerin
🩷 Patricia Vester, Illustratorin, Diversity-Trainerin und Prozessbegleiterin
🩷 Claudia Sprengel, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Potsdam

Die Moderation übernahm Vanessa Materla,
Im Zentrum der Diskussion standen Fragen nach Verantwortung, Verbündetsein und struktureller Veränderung:
Wie können feministische Anliegen stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebracht werden? Welche Rolle spielen Kunst, Aktivismus und Zivilgesellschaft dabei?
Und wie gelingt es, solidarische Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven Platz finden?


Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Austausch, gegenseitige Unterstützung und starke Netzwerke sind. Feministische Solidarität entsteht nicht abstrakt — sie wächst in Begegnungen, Gesprächen und gemeinsamen Initiativen.

Ein inspirierender Abend, der einmal mehr deutlich gemacht hat:
Feministische Solidarität ist eine gesellschaftliche Kraft — und sie lebt davon, dass Menschen sie gemeinsam gestalten.

Frauenstammtisch Falkensee

Gestern war ich zu Gast in Falkensee, beim Frauenstammtisch in Falkensee.

Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Wir haben über feministisches Engagement, gesellschaftliche Verantwortung und die Frage gesprochen, warum Wegschauen keine Option ist. Vielen Dank für die Einladung, den offenen Austausch und das Interesse.
Gerade in bewegten Zeiten braucht es Menschen, die Haltung zeigen, Ungleichheiten sichtbar machen und sich für Gerechtigkeit einsetzen. Der Abend hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Räume für Gespräche, Perspektiven und gemeinsame Ideen sind.

Ein Engagementpreis fürs Frauenzentrum

Wir sind sehr dankbar und bewegt: Das Frauenzentrum Potsdam wurde mit dem VGE Engagementpreis 2026 ausgezeichnet. Diese Anerkennung gilt der Arbeit vieler Jahre und vor allem den vielen Menschen, die dieses Haus tragen, gestalten und mit Leben füllen. Ein besonderer Dank gilt femia für die Nominierung beim VGE, für das Vertrauen, die Sichtbarkeit und die solidarische Unterstützung unserer Arbeit.

Der Preis würdigt Engagement, das oft leise, manchmal unbequem, aber immer notwendig ist: für Gleichstellung, für Schutz und Stärkung von Frauen, für solidarische Netzwerke und für eine demokratische Gesellschaft, die niemanden zurücklässt. Dass diese Arbeit gesehen wird, ist auch das Ergebnis starker feministischer Bündnisse. 

Diese Bündnisse sein keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Haltung, Beharrlichkeit, fachliche Klarheit und das Vertrauen darin, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Dass femia uns nominiert hat, ist Ausdruck genau dieser gemeinsamen Haltung.

Gleichzeitig ist klar: Unsere Arbeit braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Gemeinsam mit FPR und NbF stehen wir für Strukturen, die schützen, stärken und Perspektiven eröffnen. Dafür brauchen wir dauerhafte finanzielle Absicherung ebenso wie ideelle Förderung, nicht irgendwann, sondern heute schon für morgen.

Dieser Preis gehört deshalb nicht Einzelnen. Er gehört allen Kolleginnen, Unterstützer:innen, Kooperationspartner:innen und Wegbegleiter:innen und ausdrücklich auch femia, die mit ihrer Nominierung Engagement sichtbar gemacht und Rückenwind gegeben haben.

Danke an den Verband für gesellschaftliches Engagement (VGE) für diese Würdigung.

Und danke an alle, die jeden Tag zeigen: Engagement wirkt. 💜

Ich packe meinen Beutel

Anfang August 2025 stand ich barfuß am Strand und habe #WÄHLTFRAUEN in den Sand geschrieben.

Heute ist WÄHLT FRAUEN zurück am Meer. Diesmal gedruckt auf einem Beutel. Ich schaue zurück – und motiviert nach vorn.

Ich packe in meinen Beutel:

* eine große Portion Dankbarkeit

* schöne Erinnerungen

* viele Begegnungen und Gespräche

* wertvollen Austausch

* eine Menge Zuspruch

* hilfreichen Widerspruch

* neue Kontakte und Verbündete

* alte Weggefährt:innen

* das Wissen, dass Veränderung möglich ist

* den Zuwachs einer Oberbürgermeisterin in den Landeshauptstädten (2 statt 1 von 16)

* das Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können

* Mut, dranzubleiben

* Geduld für Prozesse

* eine Markeneintragungsurkunde

Vieles davon ist möglich geworden, weil engagierte Menschen unterstützt, mitgedacht, widersprochen und getragen haben.

Euch danke ich von Herzen.

🩷

All das Gute kommt mit ins Wahljahr 2026.

Denn 2026 wird gewählt. Viel. Und entscheidend:

08.03.

Baden-Württemberg – Landtagswahl

Bayern – Kommunalwahl

15.03.

Hessen – Kommunalwahl

22.03.

Rheinland-Pfalz – Landtagswahl

06.09.

Sachsen-Anhalt – Landtagswahl

13.09.

Niedersachsen – Kommunalwahl

20.09.

Berlin – Wahl zum Abgeordnetenhaus

Mecklenburg-Vorpommern – Landtagswahl

+ etliche (Ober-)Bürgermeister:innenwahlen.

All diese Termine liegen vor uns.

Und mit ihnen die Fragen:

Wer kandidiert?

Wer unterstützt?

Wer ist sichtbar?

#wähltFrauen macht jedenfalls weiter. Wie und mit welchen Möglichkeiten — das überlegen wir eifrig seit einigen Tagen. 

Kommt gut und gesund ins neue Jahr. Wir sehen uns dort.

Ich freue mich darauf. 

Frauen fehlen in den Medien

Ich war bei der Pressekonferenz in Berlin dabei, als ProQuote Medien die neuen Zahlen vorgestellt hat und ich muss ehrlich sagen: Sie sind sehr bedenklich.

Zum zweiten Mal in Folge sinkt der Anteil von Frauen in journalistischen Führungspositionen. Zehn Jahre lang ging es aufwärts, jetzt geht es wieder rückwärts. Besonders deutlich ist der Einbruch bei Onlinemedien, wo Frauen gerade einmal 16,7 Prozent der Führungsrollen besetzen. Das sind die Medien, die unsere Gegenwart prägen und unsere Zukunft.

Aber auch der Regionaljournalismus zeigt ein eklatantes Ungleichgewicht:
Von 109 Chefredakteur:innen in regionalen Medien sind 86 männlich. Frauen kommen hier auf nur 22 Prozent. Das ist fatal denn gerade Regionalmedien prägen, wie Menschen Politik und Gesellschaft in ihrem unmittelbaren Umfeld wahrnehmen.

Umso mehr hat es mich gefreut, dass Sabine Schicketanz, Chefredakteurin der Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN), bei der Pressekonferenz auf dem Podium saß. Potsdam ist eine positive Ausnahme und ein Beispiel dafür, wie weibliche Führung Journalismus bereichert.

Wenn Frauen in den Medien fehlen, fehlt ihr Machtteil.
Und wenn ihr Machtteil fehlt, dann fehlt uns allen etwas.

Denn:
Es fehlen Vorbilder, an denen sich junge Journalistinnen und Redakteurinnen orientieren können.
Es fehlen Perspektiven, die Geschichten anders erzählen mit Blick auf Care, soziale Gerechtigkeit, Alltagsrealitäten.
Und es fehlen Impulse, die zeigen, dass Vielfalt und Qualität zusammengehören.

Was mich besonders bewegt: Frauen fehlen überall dort, wo Deutung entsteht in Redaktionen, Chefrunden, Nachrichtenauswahl, Kommentaren. Und damit fehlen sie in den öffentlichen Bildern, in denen wir uns als Gesellschaft spiegeln.

Dabei wissen wir: Vielfalt in Führung bedeutet auch Vielfalt in der Berichterstattung.
Wenn unterschiedliche Stimmen entscheiden, worüber berichtet wird, wird Journalismus demokratischer, glaubwürdiger und zukunftsfähiger.

„Vielfalt in Führungsspitzen ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der Qualität und Zukunftsfähigkeit unserer Medien“,
sagt Edith Heitkämper von ProQuote Medien – und sie hat recht.

Denn am Ende geht es nicht nur um Führungspositionen. Es geht um Macht, um Sichtbarkeit, um demokratische Teilhabe.

Und solange Frauen dort fehlen, wo Themen gesetzt, Perspektiven gewichtet und Wirklichkeit erzählt wird, fehlt uns eine Hälfte der Wirklichkeit selbst.

Zur Studie:
Die aktuelle Erhebung von ProQuote Medien zeigt: Der Frauenmachtanteil in den Leitmedien liegt bei nur 37,8 Prozent und sinkt. Besonders im Digitalen und im Regionaljournalismus bleibt Gleichberechtigung auf der Strecke.
Mehr Informationen: www.pro-quote.de

Titelbild Studie ProQuote Medien

WO FRAUEN FÜHREN
Wie groß ist der Anteil von Frauen in Machtpositionen im Journalismus 2025?
Eine Studie von ProQuote Medien zur Geschlechterverteilung in Führungspositionen
deutscher Medienhäuser