RoadtourOST

„Wie wäre es, wenn wir das Fehlen von Frauen bei den nächsten Landtagswahlen sichtbar machen?“

Foto: Sascha Hoecker, Neubrandenburg

Ein Gedanke, ausgesprochen. Verlockend. In meiner Vorstellung so leicht. So verbindend.

„Wir könnten hinfahren. Nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. WÄHLT FRAUEN. auf die Straße bringen. Sichtbar sein, dort, wo gewählt wird. Menschen treffen, ins Gespräch kommen.

Schließ die Augen, stell dir vor: Die unendliche Weite der schönen Landschaft zieht an uns vorbei. Vor den Fenstern wechseln die Wälder und die Felder, am Himmel steht die Sonne und der Wind weht leicht bewegt unser Haar. Wir sind unterwegs. Schritt für Schritt und Ort für Ort. Ach, findest Du das nicht auch ganz wunderbar?“

Und was, wenn die uns wirklich das Geld geben? #Campact hat uns das Geld gegeben.

Na dann. Nicht weiter drüber nachdenken. Machen! Auf geht’s.

Acht Tourwochenenden. 16 Tourtage. Viele Kilometer. Viele Orte. Ein Auto voller Material. Und eine Idee, bei der wir erst noch herausfinden mussten, wie wir sie eigentlich auf die Straße bringen. Wie wir sichtbar werden und gleichzeitig sicher und gut miteinander sein können.

Also sind wir losgefahren.

Wir haben Erfahrungen gesammelt. Schöne, überraschende, anstrengende. Und auch jene, die Herzen klopfen und Knie weich werden lassen.

Wenn ich heute an diese Wochen denke, denke ich vor allem an all diejenigen, die irgendwann gesagt haben: Ich bin dabei.

An die Menschen, die mitgefahren sind. Die mitorganisiert, fotografiert, getragen und mitgetragen haben. An die Menschen, die irgendwo auf uns gewartet haben. An jene, die stehen geblieben sind, mit uns gesprochen, gefragt und diskutiert haben.

Und an die Menschen zu Hause. Die es möglich gemacht haben, dass wir schon wieder unterwegs sein konnten. Die übernommen, aufgefangen, zugehört und uns den Rücken freigehalten haben. Auch sie waren irgendwie mit auf Tour.

Ohne all diese Menschen wäre das nicht gegangen.

Danke an alle. Zu Hause, unterwegs und dabei.

Danke für das gemeinsame Lachen. Und auch für das Weinen. Fürs Dasein und Aufeinanderachten. Dafür, dass wir nicht nur gemeinsam unterwegs waren, sondern auch füreinander da.

Vielleicht ist es genau das, was mich gerade so berührt. Und was mich auch durch die Momente trägt, in denen mir die Zuversicht ein bisschen abhandenkommt.

Es gibt sie, die guten Menschen.

Ganz viele sogar.

Menschen, die eine Idee mittragen. Die Zeit geben. Die einfach mitkommen. Die bleiben, wenn es schwierig wird. Die sich kümmern. Und die aus einem Gedanken etwas machen, das allein niemals möglich gewesen wäre.

Das hat Kraft gekostet. Ziemlich viel sogar. Und gleichzeitig habe ich auf dieser Tour so viel Zuversicht zurückbekommen.

Das macht mir Mut.

Ich bin dankbar für diese Wochen. Für all die Menschen. Und ja, ich bin zuversichtlich.

Nicht, weil nach acht Tourwochenenden plötzlich alles anders ist. Sondern weil ich erlebt habe, was sich bewegen lässt, wenn wir gemeinsam anfangen. Wenn wir losgehen, auch wenn wir vorher noch nicht genau wissen, wie das eigentlich alles gehen soll.

Gemeinsam verändern wir die Welt.

Vielleicht nicht heute. Und ganz bestimmt nicht auf einmal.

Aber sie geht eben auch nicht an einem Tag unter.

Danke Euch.

Danke. Von Herzen.

Foto: Sascha Hoecker, Greifswald
Foto: Sascha Hoecker, Wolgast
Foto: Konstantin Börner, Wismar
Foto: Robert Niemeyer, Eisleben
Foto: Robert Niemeyer, Nebra
Foto: Konstantin Börner, Wismar

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Gemeinsam statt einsam – ein Tag im Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Es gibt Tage, die bleiben. Der Fachtag „Gemeinsam statt einsam – mit Teilhabe gegen Einsamkeit“ im Landtag Mecklenburg-Vorpommern ist für mich so ein Tag.

Schon der Veranstaltungsort beeindruckte mich sehr: das Schloss Schwerin, Sitz des Landtags. Ein Ort, an dem politische Entscheidungen getroffen werden und an dem sichtbar wird, wie wichtig gesellschaftliche Themen für unser Zusammenleben sind.

Einsamkeit gehört dazu. Sie betrifft Menschen jeden Alters, in unterschiedlichen Lebenslagen und ist oft unsichtbar. Viele Betroffene sprechen nicht darüber. Umso wichtiger sind Räume, in denen Einsamkeit sichtbar gemacht wird und gemeinsam nach Wegen gesucht wird, Menschen miteinander zu verbinden.

Ich durfte die landesweite Fachtagung moderieren und habe viele kluge Gedanken mitgenommen. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Menschen, die sich in Kommunen, Vereinen, Verbänden, Initiativen und Institutionen tagtäglich dafür einsetzen, Teilhabe zu ermöglichen und Begegnungen zu schaffen.

Deutlich wurde auch: Einsamkeit ist kein individuelles Problem. Sie ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Wer Einsamkeit begegnen möchte, muss über Teilhabe, soziale Infrastruktur, Mobilität, Gesundheit, Digitalisierung und das Miteinander vor Ort sprechen.

Mein Dank gilt der Ministerin Stefanie Drese und dem Team des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern für die Organisation und die klare politische Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.

Ich bin mit vielen Anregungen nach Hause gefahren. Vor allem aber mit der Überzeugung, dass wir Einsamkeit nicht allein den Betroffenen überlassen dürfen. Gemeinschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Orte, Gelegenheiten, Menschen und den politischen Willen, sie zu ermöglichen.

Ein wichtiger Tag. Ein wichtiges Thema. Und viele Menschen, die daran arbeiten, dass aus „einsam“ wieder öfter „gemeinsam“ wird.

Danke für die Möglichkeit die Moderation zu übernehmen.

Sonne im Gesicht, Wind im Haar

Ich freue mich auf die RoadtourOst von WÄHLT FRAUEN.

Auf warme Sommertage. Auf Landstraßen. Auf gute Musik im Auto. Auf eine kalte Brause in der Hand, den Wind im Haar und die Sonne im Gesicht.

Ich freue mich auf die Orte, die wir besuchen werden. Auf die Menschen, denen wir begegnen. Auf die Gespräche am Rand von Marktplätzen, vor Rathäusern oder einfach irgendwo unterwegs.

Manchmal fühlt sich politisches Engagement anstrengend an. Als gäbe es nur noch Konflikte, Gegenwind und zähe Debatten. Die gibt es natürlich auch.

Aber es geht auch anderes.

Es gibt diese Momente, in denen Menschen sich wohlwollend begegnen, einander Zuhören. Eine Frage stellen. Eine eigene Geschichte erzählen. Es gibt das Lächeln einer Frau, die sagt: „WÄHLT FRAUEN, na mache ich doch immer“ Oder die Person, die eine Postkarte mitnimmt und verspricht, sie weiterzugeben.

Dann merke ich: Demokratie lebt nicht nur von Institutionen. Sie lebt von Begegnungen.

Und Begegnungen können leicht sein. Freundlich. Herzlich. Manchmal sogar überraschend schön.

Genau darauf freue ich mich.

Darauf, mit Freund*innen unterwegs zu sein. Etwas Sinnvolles zu tun. Für eine Sache einzustehen, die mir wichtig ist. Und dabei den Sommer zu genießen.

Hach.

Etwas für unsere Demokratie zu tun, kann sich verdammt gut anfühlen. Nicht schwer. Nicht verbissen.

Sondern leicht. Lebendig. Und manchmal sogar ein bisschen wie Urlaub. Nur mit mehr Postkarten, Sprühkreide an den Fingern und hoffentlich vielen Menschen, die Lust haben, gemeinsam ein Zeichen zu setzen.

Wir sehen uns auf der Straße. 💜

#wähltFrauen #RoadtourOst #Demokratie #FrauenInDiePolitik

Mit dem Rad durch Berlin – und mitten hinein ins politische Herz

Am 7. Juni war ich bei der ADFC Sternfahrt in Berlin dabei, gemeinsam mit vielen Tausend anderen Radfahrenden. Es war toll.

Besonders beeindruckend war, wie anders Berlin wirkt, wenn die Stadt einmal nicht dem Auto gehoert. Mit dem Fahrrad auf der Avus fahren, die Heerstraße entlang, die sonst voll mit Verkehr sind, macht greifbar, worum es eigentlich geht: um Platz, Sicherheit, Teilhabe und eine lebenswerte Stadt.

Die Sternfahrt ist für mich nicht nur ein Event, sondern auch ein klares politisches Signal. Mobilitaetswende passiert nicht von allein. Sie braucht Druck, Sichtbarkeit und Menschen, die sich einmischen. Die Kampagne WÄHLT FRAUEN. war dabei und nicht zufällig gewählt – denn gerechte Politik braucht auch gerechte Repraesentation.

Und ja: Neben aller politischen Botschaft gab es auch diese leichten, schoenen Momente – Sommerhimmel, Gemeinschaftsgefühl, kleine Pausen, gute Energie und das Gefühl, Teil von etwas Groesserem zu sein.

Ich nehme aus diesem Tag vor allem eines mit: Veränderung entsteht dort, wo Menschen gemeinsam sichtbar werden.

Die Zukunft fährt Rad.