





Es gibt Tage, die bleiben. Der Fachtag „Gemeinsam statt einsam – mit Teilhabe gegen Einsamkeit“ im Landtag Mecklenburg-Vorpommern ist für mich so ein Tag.

Schon der Veranstaltungsort beeindruckte mich sehr: das Schloss Schwerin, Sitz des Landtags. Ein Ort, an dem politische Entscheidungen getroffen werden und an dem sichtbar wird, wie wichtig gesellschaftliche Themen für unser Zusammenleben sind.
Einsamkeit gehört dazu. Sie betrifft Menschen jeden Alters, in unterschiedlichen Lebenslagen und ist oft unsichtbar. Viele Betroffene sprechen nicht darüber. Umso wichtiger sind Räume, in denen Einsamkeit sichtbar gemacht wird und gemeinsam nach Wegen gesucht wird, Menschen miteinander zu verbinden.
Ich durfte die landesweite Fachtagung moderieren und habe viele kluge Gedanken mitgenommen. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Menschen, die sich in Kommunen, Vereinen, Verbänden, Initiativen und Institutionen tagtäglich dafür einsetzen, Teilhabe zu ermöglichen und Begegnungen zu schaffen.
Deutlich wurde auch: Einsamkeit ist kein individuelles Problem. Sie ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Wer Einsamkeit begegnen möchte, muss über Teilhabe, soziale Infrastruktur, Mobilität, Gesundheit, Digitalisierung und das Miteinander vor Ort sprechen.
Mein Dank gilt der Ministerin Stefanie Drese und dem Team des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern für die Organisation und die klare politische Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.
Ich bin mit vielen Anregungen nach Hause gefahren. Vor allem aber mit der Überzeugung, dass wir Einsamkeit nicht allein den Betroffenen überlassen dürfen. Gemeinschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Orte, Gelegenheiten, Menschen und den politischen Willen, sie zu ermöglichen.
Ein wichtiger Tag. Ein wichtiges Thema. Und viele Menschen, die daran arbeiten, dass aus „einsam“ wieder öfter „gemeinsam“ wird.
Danke für die Möglichkeit die Moderation zu übernehmen.

Ich freue mich auf die RoadtourOst von WÄHLT FRAUEN.
Auf warme Sommertage. Auf Landstraßen. Auf gute Musik im Auto. Auf eine kalte Brause in der Hand, den Wind im Haar und die Sonne im Gesicht.
Ich freue mich auf die Orte, die wir besuchen werden. Auf die Menschen, denen wir begegnen. Auf die Gespräche am Rand von Marktplätzen, vor Rathäusern oder einfach irgendwo unterwegs.
Manchmal fühlt sich politisches Engagement anstrengend an. Als gäbe es nur noch Konflikte, Gegenwind und zähe Debatten. Die gibt es natürlich auch.
Aber es geht auch anderes.
Es gibt diese Momente, in denen Menschen sich wohlwollend begegnen, einander Zuhören. Eine Frage stellen. Eine eigene Geschichte erzählen. Es gibt das Lächeln einer Frau, die sagt: „WÄHLT FRAUEN, na mache ich doch immer“ Oder die Person, die eine Postkarte mitnimmt und verspricht, sie weiterzugeben.
Dann merke ich: Demokratie lebt nicht nur von Institutionen. Sie lebt von Begegnungen.
Und Begegnungen können leicht sein. Freundlich. Herzlich. Manchmal sogar überraschend schön.
Genau darauf freue ich mich.
Darauf, mit Freund*innen unterwegs zu sein. Etwas Sinnvolles zu tun. Für eine Sache einzustehen, die mir wichtig ist. Und dabei den Sommer zu genießen.
Hach.
Etwas für unsere Demokratie zu tun, kann sich verdammt gut anfühlen. Nicht schwer. Nicht verbissen.
Sondern leicht. Lebendig. Und manchmal sogar ein bisschen wie Urlaub. Nur mit mehr Postkarten, Sprühkreide an den Fingern und hoffentlich vielen Menschen, die Lust haben, gemeinsam ein Zeichen zu setzen.
Wir sehen uns auf der Straße. 💜
#wähltFrauen #RoadtourOst #Demokratie #FrauenInDiePolitik

Am 7. Juni war ich bei der ADFC Sternfahrt in Berlin dabei, gemeinsam mit vielen Tausend anderen Radfahrenden. Es war toll.
Besonders beeindruckend war, wie anders Berlin wirkt, wenn die Stadt einmal nicht dem Auto gehoert. Mit dem Fahrrad auf der Avus fahren, die Heerstraße entlang, die sonst voll mit Verkehr sind, macht greifbar, worum es eigentlich geht: um Platz, Sicherheit, Teilhabe und eine lebenswerte Stadt.
Die Sternfahrt ist für mich nicht nur ein Event, sondern auch ein klares politisches Signal. Mobilitaetswende passiert nicht von allein. Sie braucht Druck, Sichtbarkeit und Menschen, die sich einmischen. Die Kampagne WÄHLT FRAUEN. war dabei und nicht zufällig gewählt – denn gerechte Politik braucht auch gerechte Repraesentation.
Und ja: Neben aller politischen Botschaft gab es auch diese leichten, schoenen Momente – Sommerhimmel, Gemeinschaftsgefühl, kleine Pausen, gute Energie und das Gefühl, Teil von etwas Groesserem zu sein.
Ich nehme aus diesem Tag vor allem eines mit: Veränderung entsteht dort, wo Menschen gemeinsam sichtbar werden.
Die Zukunft fährt Rad.

Rote Bete-Orangen Sorbet auf dem Weg. Mely Kiyak und Arne Semsrott auf der Bühne.
Happy Birthday FragDenStaat 💜


Unterwegs auf dem Weg zu Konzerten, bei Geburtstagen, beim Spaziergang, beim Radfahren, an Runden Tischen, am Lagerfeuer, bei PRÜF-Demos und beim CSD.
In diesen Bildern steckt vieles von dem, worüber ich seit einer Weile nachdenke:
Wie wir über unsere Zeit und die Gesellschaft sprechen.
Wie wir Probleme beschreiben. Wie wir auf Krisen schauen. Wie schnell Gespräche kippen in Erschöpfung, Empörung und Daueralarm. Wie häufig wir erzählen, was alles nicht funktioniert und wie selten wir gemeinsam darin verweilen, was entstehen könnte.
Ich merke das in politischen Räumen. In aktivistischen Kontexten. In Hochschulen. In Gesprächen mit engagierten Menschen. Und auch in mir selbst.
Natürlich braucht es klare Analysen. Natürlich dürfen wir nicht wegsehen. Diskriminierung verschwindet nicht, nur weil wir freundlicher sprechen. Antifeminismus, rechte Verschiebungen und Angriffe auf demokratische Werte sind real.
Aber ich frage mich zunehmend: Was passiert eigentlich mit uns, wenn unsere gemeinsamen Erzählungen fast nur noch aus Bedrohung bestehen?
Denn Narrative machen etwas mit Menschen. Sie prägen, worauf wir schauen. Was wir für möglich halten. Ob wir handlungsfähig bleiben. Oder ob wir irgendwann nur noch verwalten, verteidigen und reagieren.
Vielleicht brauchen wir andere Erzählungen? Nicht weniger Realität. Aber mehr Vorstellungskraft?
Mehr Räume, in denen wir nicht nur beschreiben, was uns Sorge macht, sondern auch, was wir schützen wollen.
Mehr Gespräche darüber, wie gerechte, eine sorgende und demokratische Gesellschaft aussehen könnte. Wie Beteiligung gelingen kann. Wie Vielfalt nicht nur Konflikt bedeutet, sondern auch Möglichkeit. Wie politische Teilhabe Freude machen darf.
Ich denke oft an den Satz: Menschen erzählen sich Geschichten, bis sie sie selbst glauben.
Leah Czollek sagte ihn einst zu mir.
Vielleicht gilt das auch gesellschaftlich.
Wenn wir uns ständig erzählen, dass alles zerfällt, dass niemand mehr zuhört, dass Engagement nichts bringt, dann stärkt es dieses Gefühl von Ohnmacht.
Und gleichzeitig sehe ich etwas anderes.
Ich sehe Menschen, die Veranstaltungen organisieren. Die sich einmischen. Die kandidieren. Die widersprechen. Die zuhören. Die neue Bündnisse bilden. Die Verantwortung übernehmen.
Ich sehe Menschen, die sich trotz Anfeindungen öffentlich positionieren. Ich sehe Studierende, die kluge Fragen stellen. Ich sehe Menschen, die Schutzkonzepte entwickeln, Demokratie verteidigen, Nachbarschaften stärken oder mit einem Bollerwagen durch Städte fahren, um mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Das alles ist auch Realität.
Vielleicht müssen wir lernen, diese Geschichten lauter zu erzählen. Nicht als naive Gegenwelt. Sondern als demokratische Praxis.
Denn Hoffnung entsteht selten zufällig. Sie entsteht oft dort, wo Menschen anfangen, gemeinsam andere Bilder von Zukunft zu erzählen, oder nicht?
Vielleicht ist genau das gerade eine wichtige Aufgabe: Nicht bei der Diagnose stehen zu bleiben. Sondern wieder mehr darüber zu sprechen, wie wir leben wollen.
Eine Gesellschaft, die schützt. Die Vielfalt nutzt. Die Macht reflektiert. Die Fürsorge nicht als Schwäche versteht. Und in der Menschen erleben, dass ihr Handeln einen Unterschied macht.
Welche Geschichte erzählen wir also?
Und vor allem: Welche Geschichte soll morgen geglaubt werden?